Neue gesetzliche Bestimmungen für Winterreifen ab 2018

Winterreifen ab 1.1.2018

✅ müssen neben der M+S Kennzeichung auch das Alpine Schneeflocken-Symbol (sogenannte 3 Peak Mountain Snow Flake, 3PMSF) aufweisen ❄️
✅ gehören zur sicheren Fahrzeugnutzung bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte verpflichtend aufgezogen. Kurz: Seit 2010 besteht in Deutschland „situative Winterreifenpflicht“ (§ 2 Absatz 3a der StVO sowie Anhang II Nummer 2.2 der Richtlinie 92/23/EWG des Rates über Reifen von Kraftfahrzeugen und Kraftfahrzeuganhängern und über ihre Montage), und das nicht nur von Ostern bis Oktober.
Andernfalls kann es 60 Euro Bußgeld kosten und 1 Punkt in Flensburg geben. Kfz-Halter zahlen sogar 75 Euro!
 – können bis 30.09.2024 gefahren werden, wenn sie vor 2018 produziert wurden UND falls sie nur das M+S Logo haben.

Mehr Infos zu gesetzlichen Bestimmungen für Winterreifen in ganz Europa haben beispielweise die Reifenhersteller Conti, Pirelli und Yokohama zusammengestellt.


Produktionsdatum der Reifen entscheidend

 Das Herstellungsjahr Eurer Winterreifen könnt Ihr an der sogenannten DOT-Nummer an der Reifenseite ablesen. Die ersten beiden Ziffern geben die Kalenderwoche der betreffenden Reifenproduktion an, die hinteren Ziffern stehen für das Produktjahr.

Wichtigste Infos im Video

 Die wichtigsten Informationen für Autofahrer fasst das folgende Video des NDR Nordmagazin ganz anschaulich zusammen:

Bester Winterreifen 2016/2017: Continental WinterContact TS 860 siegt im Autozeitung-Test

Ein epischer Start-Ziel-Sieg für das neue Winterreifen-Modell: Der neu entwickelte Continental WinterContact TS 860 hat den ersten großen Winterreifen-Test für die bevorstehende Reifensaison 2016/2017 gewonnen, welchen die deutsche renommierte Autozeitung kürzlich veröffentlicht hat.

– Quelle / Video: via Tyre Review / YouTube

Der Abstand zwischen dem Sieger auf den folgenden, zweitplatzierten Wettbewerber beträgt 25 Punkte, auf den dritten Winterreifen im Feld sogar 34 Punkte.

„Der neue Conti TS 860 ist Spitze.“

– Urteil der Redaktion Autozeitung

Für den Test wählten die die Redaktion der Automobilzeitschrift aus Köln insgesamt 12  Reifen-Spezialprodukte für den Winter und Ganzjahresmodelle der Größe 205/55 R16, aus amerikanischer, asiatischer und europäischer Produktion. Jedes Modell wurde in 18 Kriterien geprüft, darunter bei den Fahreigenschaften auf trockener und nasser Fahrbahn sowie bei Eis und Schnee.

Im Test auf Schnee und auf nasser Fahrbahn lag der neue Continental WinterContact TS 860 vor allen anderen Reifen im Testfeld. Der Abstand auf trockener Fahrbahn auf den nächstbesten Reifen ist geradezu riesig. Bei Bremsen auf vereister Fahrbahn entsteht ein dünner Wasserfilm zwischen Reifen-Lauffläche und Untergrund, der den Reifen durch eine geringere direkte Kontaktfläche und somit Haftung weniger kontrollierbar werden lässt. Damit das Wasser schneller abgeleitet wird, sind in den Profilblöcken des WinterContact TS 860 feine Kanäle („Liquid Layer Drainage“) integriert. Damit es auf – inzwischen selten – mit Schnee bedeckten Fahrbahnen zu einer höheren Kraftübertragung des Fahrzeugs auf die Straße kommt, hat Continental das Design des Reifens mit einer zusätzlichen Laufrille in der Wand der Profilblöcke, “SnowCurve+“ genannt, versehen.

Wird zu viel in Richtung einer Eigenschaft geschoben,
dann verschieben sich auch die anderen.“

– Holger Lange, Leiter Winterreifen-Entwicklung, Continental AG

Für kürzere Bremswege auf Eis und Schnee sowie bei Nässe setzt Continental beim WinterContact TS 860 unter anderem auf eine neue Laufflächenmischung mit der kessen Bezeichnung „Cool Chili“. Diese enthält einen hohen Silica-Anteil, welche angesichts ihrer Dämpfungseigenschaften besonders auf winterlicher Fahrbahn für gute Bremsleistung und Grip sorgen sollen. Daneben enthalten die Reifen synthetische Harze (Polymer-Matrix ) in Hochleistungsqualität, welche die Gummimischung bei Kälte vergleichsweise flexibel bleiben lassen, was ebenso positiv auf das Bremsverhalten einwirken kann.

Profilrillen des Continental WinterContact TS 860 / schematische Darstellung (Foto: © Continental)

Profilrillen des Continental WinterContact TS 860 / schematische Darstellung (Foto: © Continental)

Das beeindruckende Debüt des neuen Reifenprodukts bedeutet die Fortsetzung des Triumphes seines Vorgängers, des Continental ContiWinterContact TS 850, der den ersten Platz inTests der Autozeitung sowie den Publikationen der Automobilclubs ADAC und ACE in Deutschland zuletzt fast schon abonniert hatte: insgesamt 48 Mal konnte das Vorgängermodell im Reifenvergleich in den letzten vier Jahren die Konkurrenz hinter sich lassen.

“Beim Bremsen auf nasser Fahrbahn hängt der TS 860 den erfolgreichen TS 850 um fünf Prozent ab, doch auch auf Eis und beim Handling auf Schnee kann der Neue noch mehr.“

– Prof. Dr. Burkhard Wies,
Vice President Tire Line Development, Continental AG

Der ContiwinterContact TS 860 stellt in dieser Saison die Reifenneuheit von Continental dar, welche an die Stelle ihres erfolgreichen Vorgängers ContiwinterContact TS 850 tritt. Das Premium-Modell ist dafür ausgelegt, speziell die Bedürfnisse der Autofahrer bei winterlichen Verhältnissen in Mittel- und Westeuropa zu bedienen. Zur Premiere werden 36 Variationen in 21 Reifen-Standardgrößen mit einem Durchmesser in Dimensionen von 14 bis 17 Zoll und Breite von 155 bis 210 Millimeter verfügbar sein und ab 2017 wird das bestehende Angebot voraussichtlich um eine Palette von mindestens weiteren 20 Varianten ergänzt.

Das aktuelle Produkt-Video 2016:

– Quelle / Video: Continental Reifen via YouTube

Titelbild / Foto: © Continental Presse

Billige Winterreifen aus China: Große Markenflut, wenig Sicherheit

Inzwischen tobt zweimal im Jahr ein Preiskampf im Segment Winterreifen, der bei Konsumgütern nur mit dem der Discounter für Lebensmittel oder Kraftstoff für Pkw zu vergleichen ist. Davon können Verbraucher profitieren, aber nicht nur, was günstige Preise angeht, sondern auch bei der Qualität. Allerdings sind einige einfache Kenntnisse von Vorteil, wenn es um einen Vergleich zwischen Tiefpreisen und Reifenmarken geht.

Die – hierzuland oft völlig unbekannten Marken – chinesischer Reifenhersteller werden von bekannten, bundesweit vertretenen Filialwerkstätten und Online-Plattformen für billige Reifen sowie als Aktionsware und Sonderposten speziell durch große Lebensmittel-Warenhäuser mit Nonfood-Abteilungen angeboten. Neben günstigen Preisen locken oft auch Angebote als Kompletträder, das heisst in der Kombination fertig vormontierte Reifen mit Felgen.

Die Redaktion der Zeitschrift AutoBILD hat bereits wiederholt einen prüfenden Blick auf Reifen geworfen, die aus Asien, besonders aus China, massenhaft importiert werden.  Besonders auffällig waren dabei durchgängig Schwächen der Reifen in der Haltbarkeit. Teilweise erbringen die günstigen Winterreifen aus Fernost nur die halbe Laufleistung bekannter Markenreifen. Im letzten großen Winterreifen-Test testeten die AutoBILD-Redakteure 50 Reifenmodelle verschiedener Hersteller. Unter den Schwächsten im  Feld waren gleich vier Reifen laut Kennzeichnung unterschiedlicher Marken, nämlich Rotalla, Imperial, Tracmax [laut Handelsplattform Alibaba.com ein Reifen-Produkt der Shandong Yongsheng Rubber Group] und Minerva [im Vergleich zu Imperial identischer EU-Webauftritt!], hatten aber alle die Modellbezeichnung „Ice-Plus bzw. „S110“ und das Laufflächenprofil sind bei den Modellen fast identisch.

Beim Blick auf die Eigenschaften dieser Reifen kam beim Fachmagazin Reifenpresse der Verdacht auf, dass die Produkte aus der gleichen Fabrikation stammen könnten. Viele Wege führen zum chinesischen Reifenhersteller Shandong Yongsheng Rubber Group. Gemäß der Testergebnisse ihr Bremsverhalten erheblich. Der Bremsweg bei Nässe des Rotalla S110 Ice-Plus beträgt 49,8 Meter, der des Minerva Ice-Plus S110 53,2 Meter – also ein Unterschied zwischen 6 und 7 Prozent, wobei dieser ohnehin meist länger als der vergleichbarer Markenreifen ist. Diese Testergebnisse deuten darauf hin, dass möglicherweise eine abweichende Zusammensetzung in der Kautschukmischung oder unterschiedliche Produktionsprozesse vorliegen.

Unsere schnelle Recherche ergab, dass auf globalen Handelsplattformen vieler dieser Reifenfabrikate direkt ab Werk in China angeboten werden, wobei meist nur ab sehr großer Stückzahl zu ordern, um die extrem niedrigen Preise zu gewährleisten. Um die „Qualität“ der Produkte zu unterstreichen, illustrieren zahlreiche Fotos der Fertigungsanlagen die Angebote. Allerdings liefern diese wenig Aufschluss über die Reifen-Entwicklung und sicherheitsrelevante Technologien, etwa zum Aufbau und Reifenprofil.

Es liegt also nah, dass mit derart vielen unterschiedlicher Marken-Bezeichnungen der Eindruck erweckt werden soll, über breitgefächertes und umfangreiches Reifen-Know-how zu verfügen. Doch der Anteil der chinesischen Reifen im weltweiten Markt fällt nach wie vor gering aus, verglichen mit führenden Markenherstellern. Marktführer im Segment ist Continental – darunter Marken wie Conti und Semperit – mit 37 Prozent Marktanteil. Dahinter liegt Bridgestone aus Japan auf Platz zwei mit 22 Prozent, gefolgt von den bekannten Reifenmarken  Michelin (14 Prozent) und GoodyearDunlop inklusive Fulda (6,8 Prozent). Traditionshersteller Pirelli aus Italien mit chineischen Anteilseignern hat derzeit 6,2 Prozent Marktanteil.  Der koreanische Reifenproduzent Hankook (3,7 Prozent) und  der finnische Hersteller Nokian (3,2 Prozent), besonders dank großer Verbreitung in Nordeuropa, sind die weiteren Verfolger (Quelle: Pirelli Newsletter / 19.-23.10.2015 mit Daten von Bloomberg). Hingegen ist der Anteil aller chinesischen Reifenmarken verschwindend gering. Bekannte unter den nachgefragten Reifen-„Marken“ aus Asien sind Goodride, Westlake, Sunny, Maxxis, Wanli, Infinity, Linglong, Sonar, Runway und Durun Tyres.

Unsere Empfehlung: Fragt Euren Reifenhändler nach konkreten Eigenschaften eines Reifens, für den Ihr Euch interessiert! Aussagen wie „die sind alle gleich“, „wo soll da schon ein Unterschied sein“ oder „für einen Winter hierzulande reicht es“ sind keinesfalls relevant. Über Sonderangebote im Warenhaus oder Werkstatt-Fillialbetrieb wird man ohnehin kaum Informationen zu einem Produkt geben können, da zentrale Einkäufer nach völlig anderen Kriterien ordern. Ein kompetenter Reifenmechaniker kann wesentlich bessere Kenntnisse und Erfahrungen über einen Winterreifen teilen.