Je früher, desto besser: Es ist Zeit, Winterreifen zu kaufen

Reifenwechsel auf WinterreifenViele Autofahrer denken erst ab Mitte des Herbstes daran, dass es an der Zeit sei, neue Winterreifen zu kaufen. Und sind dann mit einem Problem konfrontiert: Wenn es darum geht, eine bestimmte Reifenmarke oder einen Winterreifen-Testsieger zu besorgen, sind die beliebtesten und besten Modelle oft schon ausverkauft oder besonders gängige Reifendimensionen nur mit Wartezeit zu beschaffen. Es ist also besser, mit dem Reifenkauf nicht bis zum ersten Frost zu warten.

Der Experte des Bundesverbandes Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk (BRV e.V.), Peter Hülzer, gibt Tipps dazu:

„Wer frühzeitig umrüstet, hat volle Produktauswahl und kann kurzfristig einen Werkstatttermin bekommen. Sobald die erste Schneeflocke fällt, setzt der Run auf den Reifenhandel ein. Und dann kann es schnell knapp werden – mit den Wunschreifen wie auch mit den schnellen Umrüst-Terminen!“

Viele Käufer warten allerdings in der Regel, bis die ersten Tests der Autozeitschriften, des ADAC, ÖAMTC und Stiftung Warentest veröffentlicht werden, um ihre Entscheidung zu treffen. Doch spätestens beim ersten Schneefall steht auch unser Telefon in der Regel nicht mehr still, da Interessenten und Kunden Angebote für neue Winterreifen oder Alufelgen haben möchten oder gleich Termine zum Umrüsten der Sommerreifen auf Winterbereifung anfragen. Durch aktive Terminvergabe sind jedoch längere Wartezeiten in der Regel nicht zu erwarten.

In diesem Jahr kann es allerdings eine Rolle spielen, wie schnell  die geplanten Regelungen umgesetzt werden, die gesetzlich vorgeschriebene Profiltiefe für Winterreifen von mindestens 1,6 Millimeter auf künftig 4 Millimeter herauf zu setzen.

Unsere Empfehlung lautet daher, schon jetzt einen Termin zum Wechsel auf Winterreifen zu vereinbaren. Ein früher Reifenwechsel hat keine nachteiligen Auswirkungen auf die Sicherheit beim Fahren im Herbst, beispielsweise bei regennasser Straße oder Fahrbahnen, die mit Laub bedeckt sind – im Gegenteil: die Sicherheit wird erhöht und Ihr kommt entspannt und sicher in den Winter!
Folgt Reifen Jäger auf Facebook, auf Twitter und auf Google+!

Neues EU-Reifenlabel: Nur Bremsverhalten, externes Rollgeräusch, Kraftstoffeffizienz getestet

Noch mehr Orientierung für den Verbraucher sollen die eigens von der Europäischen Union erarbeitete Reifen-Kennzeichnungspflicht bringen. Da neue Sommerreifen schon ab dem 1. Mai 2012 so gekennzeichnet werden dürfen, möchten Euch eine kurze Einführung zu diesem weiteren Logo geben, dass neben den zahlreichen Testsieger-Logos der Automobilclubs und Automagazine künftig standardmäßig im Reifenhandel auftauchen wird.

Ab November 2012 müssen Neureifen, die im europäischen Reifenhandel angeboten werden, von den Reifenherstellern ab Werk mit einem entsprechenden Aufkleber, den sogenannten EU-Reifenlabel, versehen sein. Diese zeigen in einer schematischen Darstellung die Einstufung des Reifens gemäß des Bremsverhaltens (der sogenannten Nasshaftung), seiner Kraftstoffeffizienz und dem externen Abrollgeräusch anhand entsprechender Hersteller-Tests. Die Klassifizierung reicht von A für sehr hohe Kraftstoffeffizienz bis G für geringe Spriteinsparung. Das EU-Reifenlabel kann dann für einen neuen Reifen beispielsweise so aussehen:

EU-Reifenlabel

– Quelle: Yokohama

In die Bewertung von Neureifen fließen drei Eigenschaften ein, die es dem Verbraucher auf grundlegende Weise ermöglichen, zu erkennen, welche Auswirkungen die Nutzung des Reifenmodells hat.

  • Die Nasshaftung – Gemessen wird die Fahrbahnhaftung des Reifens auf einer nassen Teststrecke im Vergleich zu einem bestimmten Vergleichsreifen. Je nach Abweichung vom Standardwert wird der Reifen einer Klasse zugeordnet.
  • Das externe Rollgeräusch – Hier wird der Geräuschpegel des Reifens gemessen, der auf einem rollenden Fahrzeug bei 80 km/h in dB(A) aufgezogen ist. Gefahren werden muss auf einer Strecke, deren Fahrbahn-Eigenschaften vorgegeben und daher stets gleich sein muss.
  • Die Kraftstoffeffizienz – Gemessen wird der Rollwiderstand des Reifens bei 80 km/h (in einer Versuchsanlage) bei 80% Belastung der maximalen Tragfähigkeit des Reifens. Je nachdem der Reifen abweicht, wird er in Klassen von A bis G eingeordnet.

Alle weiteren Aspekte, besonders solche, die die das Handling und die Sicherheit beim Fahren und Bremsen betreffen, werden nicht berücksichtigt. Diese wesentlichen Eigenschaften für Fahrsicherheit erfassen nur solche Reifentests, die umfassend weitere Reifeneigenschaften untersuchen. Der Österreichische Automobilclub (ÖAMTC) testet 19 (!) weitere Kriterien.

Das folgende Schaubild macht deutlich, wo der Verbraucher sich tatsächlich umfasend informieren kann – nämlich durch Reifentest-Veröffentlichungen und natürlich beim sachkundigen Reifenfachhändler:

EU-Reifenlabel Testkriterien Vergleich Reifentest

– Schaubild-Quelle: Das Reifenlabel 

Einige Experten für Reifen und Autotechnik haben das neue EU Label bereits im Vorfeld als unzureichend kritisiert. Der Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk e.V. (BRV)  gibt für den Reifenkauf folgende Verhaltensweisen zu bedenken:

Die vermutlich wichtigsten Antworten auf viele Fragen der Reifenkunden zum neuen EU-Reifenetikett hat die Initiative „Das Reifenlabel“ vom BRV Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk e.V. und wdk Wirtschaftsverband der deutschen Kautschukindustrie e. V. in einer FAQ-Liste zusammengestellt.

Daneben bieten auch die Reifenhersteller eigene Informationen an, darunter (in alphabetischer Reihenfolge)

Folgt Reifen Jäger auf Facebook, auf Twitter und auf Google+!