Was macht einen guten, modernen Auto-Reifen aus?

Reifen müssen verschiedene Anforderungen erfüllen, für Traktion auf völlig unterschiedlichem Untergrund sorgen, perfektes Handling ermöglichen, über niedrige Abnutzung und Verschleiss verfügen sowie immer stärker durch geringen Rollwiderstand dazu beitragen, dass der Kraftstoffverbrauch gesenkt wird. Woraus bestehen eigentlich Reifen? Neuartige Rohstoffe für die Reifenherstellung und Eco-Reifen als sparsame Alternative zu  haben wir hier im Reifen Blog bereits beleuchtet, daher stellen wir diesmal die klassischen Bestandteile der traditionellen Herstellung von Sommerreifen, Winterreifen und Allwetterreifen vor.

Der Aufbau eines herkömmlichen modernen Autoreifen umfasst über 200 verschiedene Komponenten, Elastomere, verstärkende Füllstoffe, Weichmacher und andere chemische Elemente – von denen jeder zur Zuverlässigkeit, Lebensdauer und Leistungsfähigkeit des Reifens beiträgt. Besonders moderne Hochleistungsreifen – zum Beispiel sportliche Sommerreifen von Falken, Hankook und Pirelli – zeichnet bei hohen Geschwindigkeiten und Temperaturen aus, dass die Stabilität der kreisförmigen Dimension des Reifens unterstützt wird: die Reifen sorgen bei hohem Druck für gleichbleibenden Fahrkomfort und  sicheres Handling.

Elastomere

  • Naturkautschuk – Kautschuk-Gummi – abgeleitet von dem gleichlautenden indianischen „Caoutchouc“ – wird aus milchig-weißem Latex durch einen Einschnitt in die Rinde des Kautschukbaumes hergestellt. Der Anbau dieser Bäume ist im einzigartigen Klima der tropischen Wälder möglich. Der Großteil der Gummiplantagen befindet sich in Süd-Ost-Asien, besonders Indonesien und Thailand, dem weltweit größten Hersteller von Gummi, Lateinamerika und Afrika. In der Kautschukzusammensetzung des Reifens verfügt Naturkautschuk über hohe mechanische Widerstandsfähigkeit, vermindert aber den Hitzeschutz. Naturkautschuk wird in vielen Teilen des Reifens verwendet wird, vor allem verwendet, um die Lauffläche von Lkw-Reifen und Reifen für Spezialmaschinen zur Erdbewegung zu produzieren.

 

  • Synthetischer Kautschuk – Rund 60 Prozent im Reifengummi ist synthetischen Ursprungs. Synthetischer Kautschuk wird als Ergebnis der Verarbeitung von Kohlenwasserstoffen aus Erdöl gewonnen. Die anderen 40 Prozent sind Naturkautschuk. Synthetische Elastomere können leicht unter Last verformt werden und bei Wegfall der Belastung einfach in den ursprünglichen Zustand zurückkehren. Dies ist eine äußerst nützliche Funktion, die es erlaubt, Reifen mit einer guten Haftung (Grip) zu entwickeln. Zusätzlich hat synthetischer Kautschuk eine Anzahl anderer wichtigen Eigenschaften, die die Haltbarkeit und den Rollwiderstand positiv beeinflussen. Aufgrund seiner hervorragenden Kopplungseigenschaften wird er am häufigsten bei der Herstellung von Autoreifen und Reifen für Motorräder verwendet.

 

 

 

Verstärkende Füllstoffe

  • Ruß – Einer Reifen-Gummimischung wurde erstmals im Jahr 1915 Ruß hinzugefügt, um die Lauffläche verschleißfester zu machen. Diese Substanz wird in 25 bis 30 Prozent aller Reifen-Gummimischungen verwendet und sorgt für das charakteristische Schwarz der Reifenfarbe. Ganz nebenbei bietet die Farbe einen ausgezeichneten Schutz gegen UV-Strahlen und schützt so den Reifen vor gefährlichen Rissen.

 

  • Silica – Die Substanz ist seit geraumer Zeit bekannt, ist ein Salz der Kieselsäure und wird aus Quarzsand gewonnen. In Gummimischungen von Reifen verwendet erhöht es die Reißfestigkeit des Kautschuks und senkt den Rollwiderstand. In der Reifenfertigung haben Chemiker des Reifenherstellers Michelin im Jahr 1992 einen Durchbruch erreicht, indem sie Technologien entwickelt haben, um der Gummimischung Silica in Kombination mit Spezialelastomere und speziellen Bindemittel hinzuzufügen. Reifen, die in dieser Technik hergestellt werden, verfügen über deutlich reduzierten Rollwiderstand, eine verbesserte Haftung auf kalten Oberflächen und erhöhte Lebensdauer. Diese Innovation führte zur gesamten Entwicklung von „grünen“ Reifen mit niedrigem Rollwiderstand. So hat Goodyear, deren Gründer Charles Goodyear 1837 /1843 der Erfinder der industriellen Vulkanisation des Kautschuks für Reifen war, jetzt eine „neue Generation von Silica entwickelt, mit der die Verbrauchseffizienz von Reifen weiter gesteigert wird.

Weitere wichtige Komponenten des Reifens

  • Schwefel – Schwefel dient als Härtungsmittel, das Hartgummi transformiert, damit es geschmeidig wird.
  • Metallseil – Die Technologie zum Einsatz von Metallgarnen wurde für Hochleistungsreifen (High Performance) von Michelin, einem Pionier auf diesem Gebiet, zum ersten Mal im Jahr 1934 vorgestellt und im Jahr 1937 in die Massenproduktion von Lkw-Reifen mit Metallseil übernommen.
  • Textilien – Textiles Kunstfaser-Gewebe wurde ursprünglich benutzt, um die Festigkeit der Reifen zu erhöhen. Bei der Produktion von hochwertigen High-Performance-Reifen spielen heute Kunststoff, besonders Polyester, Nylon, Rayon und Aramid, eine wichtige Rolle. Sie verleihen Reifen mehr Widerstandsfähigkeit gegen Belastungen und erhöhen den Komfort. Daneben sorgen etwa Fasern aus Kevlar für höhere Festigkeit, Widerstandsfähigkeit und Traktion. Beim Einsatz zur Versteifung von Reifenkomponenten sorgt es für Kurvenstabilität und gutes Handling. Da es zur Verstärkung von Gummimischungen beiträgt, unterstützt das Material eine hohe Abrieb- und Reißfestigkeit sowie den Durchstichwiderstand, kann durch geringeren Rollwiderstand zur Verringerung der Fahrgeräusche beitragen und reduziert durch weniger Rotationsgewicht die Motorbelastung, was wiederum für weniger Spritverbrauch sorgen kann.

– Quelle / Foto: Petrochemicals Europe

Warum Winterreifen im Sommer nicht sicher sind

Viele Autofahrer benutzen nach dem Ende der Wintersaison weiterhin Winterreifen für ihre Autos. Dabei kennen sie die möglichen Gefahren nicht. In den meisten Fällen wollen die Fahrer abgenutzte Winterreifen in den Sommer retten und dann so lange wie möglich durchfahren. Was dabei gern vergessen wird: Die Winterreifen sind nicht für die Straßenverhältnisse im Sommer ausgelegt und verringern unter warmen Bedingungen die Sicherheit beim Autofahren.

Wenn Sie Winterreifen im Sommer nutzen, wird die Gefahr von Aquaplaning drastisch erhöht, die Traktion auf nasser Fahrbahn verschlechtert, Lenkreaktion verlangsamt, und die Stabilität im Fahrverhalten des Autos im Vergleich zu guten Sommerreifen deutlich reduziert. Angesichts des häufig vorkommendem Wechsels des Sommerwetters führen Winterreifen auch zu einem schlechten Handling für den Fahrer. Die Gummimischung, die in Winterreifen verwendet wird, ist weicher als die in Sommerreifen. Dies führt dazu, dass vor allem in warmen Sommermonaten die Risiken in der relevanten Fahrsicherheit deutlich steigen.

Im Sommer schwimmen Winterreifen

Die wichtigsten Sicherheitsmerkmale für Sommerreifen sind gute Traktion auf nasser Fahrbahn und Verringerung des Aquaplaning. Die weichere Gummimischung und eine markante Profilgestaltung von Winterreifen haben einen negativen Einfluss auf die Reifenhaftung auf nasser Fahrbahn. Dies bedeutet, dass bei einem Auto mit Winterreifen im Sommer bei Aquaplaning schon bei wesentlich geringerer Geschwindigkeit beginnen, nicht mehr sicher genug zu sein, als mit dem Wechsel auf neue Sommerreifen mit hoher Reifenqualität. Vergleichen lassen sich Handhabung, Stabilität und Haltbarkeit von Winterreifen mit abgenutzen oder schlechten Sommerreifen.

Dabei spielt es auch keine Rolle, ob im Sommer solche Winterreifen gefahren werden, die für ungünstige klimatische Bedingungen, speziell für den Einsatz auf Eis, und Schnee und unter starken Temperaturschwankungen – wie skandinavische Fabrikate – ausgelegt sind oder Winterreifen für mitteleuropäische Bedingungen für „warme“ Winter mit viel Niederschlägen, Graupelschauern, und nur wenig eisige Temperaturen.

Aquaplaning verringern mit sicheren Sommerreifen

Skandinavische Winterreifen, die für alpine und nordische Winter entwickelt wurden, zeigen im Sommer erhebliche Schwächen auf der Straße. Wegen ihres geringen Grip können sie für Schwierigkeiten beim Bremsen sorgen. Die Unterschiede zwischen Sommer- und Winterreifen zu Sommer-Bedingungen zeigen sich deutlich bei der Geschwindigkeit, ab der Winterreifen auf nasser Straße deutlich Anzeichen von Aquaplaning zeigen.

Bremswegvergleich Sommerrreifen Ganzjahresreifen Winterreifen Touring Club Suisse

– Quelle: Reifenqualität – Ich fahr auf Nummer Sicher!

Wir empfehlen auf jeden Fall, im Sommer auf Sommerreifen zu wechseln und im Winter Winterreifen aufziehen zu lassen, da diese Reifen weich und für den Einsatz auf Schnee und Eis hinsichtlich des Reifenprofils und der Laufflächenmischung optimiert sind.

Reifendruck und Profiltiefe sind das A & O

Um mit Sommerreifen die beste Performance beim Autofahren zu erhalten, sollten Fahrer regelmäßig den Reifendruck und die Abnutzung anhand der Profiltiefe überprüfen. Wenn die Profiltiefe eines Reifens weniger als vier Millimeter beträgt, ist fester Grip auf nasser Fahrbahn nicht mehr gewährleistet und das Aquaplaning-Risiko deutlich erhöht. Bei abgefahrenen Reifen mit einer Profiltiefe von 1,6 Millimetern und realistischen fünf Millimetern Wasserfilm auf der Strecke kann Aquaplaning bereits bei einer Geschwindigkeit unter 80 km/h auftreten, während dies bei neuen Reifen bei über 90 km/h liegen kann.

Mit stark beanspruchten Reifen verschleißen die Antriebsräder schneller. Und den Verschleiss auszugleichen, sollten pro Saison die Vorder- und Hinterreifen getauscht werden, weil diese sich sonst ungleichmäßig abnutzen können. Selbst, wenn auf der Außenschulter noch sichere sechs Millimeter Profiltiefe vorhanden sind, kann der Reifen innen bereits abgefahren sein. Dies kann dazu beitragen, dass ein Stoßdämpfer dauerhaft beschädigt wird, ähnlich den Einwirkungen, die bei einer falschen Spureinstellung übertragen werden.

Check vor Urlaubsreisen mit dem Auto

Bevor Sie in Urlaub fahren, sollten Fahrer einen kurzen Blick auf die Reifen des Autos werfen. Der richtige Reifendruck, der dem Gesamtgewicht entsprechen sollte, gewährleistet ein gutes Handling, Gleichgewicht, Komfort und geringen Rollwiderstand. Wenn der Reifendruck unter einen bestimmten Wert sinkt, kann sogar dafür sorgen, dass ein Reifen platzt. Ganz sicher wird dies aber den Kraftstoffverbrauch erhöhen und zu einem viel schnelleren Verschleiss sorgen als vorgesehen.

Vor einer Reise sollte der Druck eines kalten Reifens gemessen werden. Informationen darüber, wie der korrekte Reifendruck eines Fahrzeug ist, sind in der Betriebsanleitung des Fahrzeugs, auf einem Aufkleber an der Fahrertür, im Handschuhfach oder auf der Tankklappe des Kraftstofftank zu finden. Darüber hinaus ist es angebracht, vor einer langen Autoreise die Profiltiefe zu messen und es sollten nicht weniger als drei Millimeter sein. Je geringer die Tiefe der Lauffläche, desto gefährlicher wird Wasser zwischen der Lauffläche und desto höher wird die Gefahr von Aquaplaning. Darüber hinaus ist bei älteren Reifen der Bremsweg auf nasser Fahrbahn erheblich länger.

Sparsame Reifen fahren statt am Reifen sparen

Manche Sparfüchse glauben, dass es möglich ist, die Betriebskosten für ein Auto zu reduzieren, wenn sie im Sommer weiterhin auf Winterreifen fahren. Je wärmer es wird, desto mehr wärmer wird auch der Asphalt. Umso länger wird der Bremsweg von Winterreifen und desto geringer wird die Chance auf bessere Handhabung und Rollwiderstand – und damit der Kraftstoffverbrauch. Wenn die Reise mit dem Auto ins Ausland geht, kann in einigen Ländern die Verwendung von Winterreifen in der warmen Jahreszeit gegen das Gesetz verstoßen und mit einer Geldbuße geahndet werden.

Was unterscheidet gute Winterreifen von sehr guten?

Winterreifen Test 2014 nasse Straße Nässe Regen Kreisbahn ReifenUm herauszufinden, welcher der beste Reifen der Wintersaison 2014/2015 ist, hat das Magazin AutoBILD für die bevorstehende dunkle Jahreszeit einen umfangreichen Reifentest bei Schnee durchgeführt. Diesmal wurden Reifen-Modelle der Dimension 225/50 R 17 untersucht. Nach einer ersten Testphase mit insgesamt fünfzig Reifenprodukten qualifizierten sich sechzehn Reifenfabrikate, die in weiteren Tests auf Fahrverhalten und Sicherheit bei Schnee getestet wurden.

Winterreifen Größe 225/50 R 17 im Test

Testsieger im AutoBILD Winterreifen-Test 2014 ist der Uniroyal MS plus 77 mit 14 Punkten. Als einziger Reifen im Testfeld erhielt er für Bremsen auf Schnee die Note 1+. Daneben gab es für den Reifen die Testnote 1 in den drei anderen Disziplinen Handling, Traktion und Slalom auf schneebedeckter Fahrbahn.

Ebenfalls 14 Punkte erhielt im Test das zweitplatzierte Reifenfabrikat, der Dunlop SP Winter Sport 4DFür den Reifen gab es eine glatte Eins in allen vier Kriterien auf Schnee.

Alle Platzierungen nach Gesamtpunktzahl – bei Gleichstand gemäß Testnoten der Kriterien:

  1. Uniroyal MS plus 77 – 14 Punkte
  2. Dunlop SP Winter Sport 4D – 14 Punkte
  3. Fulda Kristall Control HP – 14 Punkte
  4. Goodyear Ultragrip 8 Performance – 14 Punkte
  5. Bridgestone Blizzak LM32S – 13 Punkte
  6. Continental ContiWinterContact TS 850 – 13 Punkte
  7. Pirelli Winter Sottozero 3 – 13 Punkte 
  8. Michelin Alpin A4 – 13 Punkte
  9. Barum Polaris 3 – 12 Punkte 
  10. Nokian WR D3 – 12 Punkte
  11. Semperit Speed-Grip 2 – 12 Punkte
  12. Hankook Winter i*cept evo (W310) – 12 Punkte

Ergebnisse der einzelnen Kriterien – gemäß unserer Relevanz –

Wir meinen, dass das Bremsen auf Schnee wichtiger ist als die Traktion oder Handling Slalom. Daher haben wir die Relevanz der getesteten Kriterien etwas umsortiert. So haben wir die Wertung in Sachen Bremsverhalten nach vorn gestellt und das Testkriterium Traktion auf Schnee ebenso nachgeordnet, wie das Handling und das Slalomverhalten.

Alle auf Schnee getesteten Winterreifen mit den jeweiligen Test-Noten in den Einzeldisziplinen:

Winterreifen-Bremsverhalten auf Schnee

Beim Bremsen ist ein Produkt einsame Spitze: der Uniroyal MS plus 77 mit Note 1+ ausgezeichnet. Dahinter liegen gleich sieben Reifen mit der Note 1 gleichauf: Barum Polaris 3Bridgestone Blizzak LM32SContinental ContiWinterContact TS 850Dunlop SP Winter Sport 4DFulda Kristall Control HPGoodyear Ultragrip 8 Performance und Pirelli Winter Sottozero 3.

Disziplin
Note 1 + Note 1 Note 2 +
Bremsen auf Schnee Uniroyal MS plus 77

Winterreifen-Traktion auf Schnee

Bei der Traktion waren die Fabrikate Bridgestone Blizzak LM32SFulda Kristall Control HPGoodyear Ultragrip 8 Performance und Uniroyal MS plus 77 jeweils mit Testnote 1+ herausragend.

Disziplin
Note 1 + Note 1 Note 2 +
Traktion auf Schnee

Winterreifen-Handling auf Schnee

In Sachen Handling auf Schnee verhielten sich die Reifenfabrikate Bridgestone Blizzak LM32SFulda Kristall Control HPGoodyear Ultragrip 8 Performance sowie Uniroyal MS plus 77 vorbildlich, daher erhielten alle die überragende Note 1+.

Disziplin
Note 1 + Note 1 Note 2 +
Traktion
auf Schnee

 

Winterreifen-Slalomverhalten auf Schnee

Auf dem Slalomkurs erweisen sich diese Reifen als besonders stabil in der Spur: Dunlop SP Winter Sport 4DFulda Kristall Control HP, Michelin Alpin A4 und Uniroyal MS plus 77.

Disziplin
Note 1 Note 2 + Note 2
Slalom auf Schnee

 

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