Was unterscheidet gute Winterreifen von sehr guten?

Winterreifen Test 2014 nasse Straße Nässe Regen Kreisbahn ReifenUm herauszufinden, welcher der beste Reifen der Wintersaison 2014/2015 ist, hat das Magazin AutoBILD für die bevorstehende dunkle Jahreszeit einen umfangreichen Reifentest bei Schnee durchgeführt. Diesmal wurden Reifen-Modelle der Dimension 225/50 R 17 untersucht. Nach einer ersten Testphase mit insgesamt fünfzig Reifenprodukten qualifizierten sich sechzehn Reifenfabrikate, die in weiteren Tests auf Fahrverhalten und Sicherheit bei Schnee getestet wurden.

Winterreifen Größe 225/50 R 17 im Test

Testsieger im AutoBILD Winterreifen-Test 2014 ist der Uniroyal MS plus 77 mit 14 Punkten. Als einziger Reifen im Testfeld erhielt er für Bremsen auf Schnee die Note 1+. Daneben gab es für den Reifen die Testnote 1 in den drei anderen Disziplinen Handling, Traktion und Slalom auf schneebedeckter Fahrbahn.

Ebenfalls 14 Punkte erhielt im Test das zweitplatzierte Reifenfabrikat, der Dunlop SP Winter Sport 4DFür den Reifen gab es eine glatte Eins in allen vier Kriterien auf Schnee.

Alle Platzierungen nach Gesamtpunktzahl – bei Gleichstand gemäß Testnoten der Kriterien:

  1. Uniroyal MS plus 77 – 14 Punkte
  2. Dunlop SP Winter Sport 4D – 14 Punkte
  3. Fulda Kristall Control HP – 14 Punkte
  4. Goodyear Ultragrip 8 Performance – 14 Punkte
  5. Bridgestone Blizzak LM32S – 13 Punkte
  6. Continental ContiWinterContact TS 850 – 13 Punkte
  7. Pirelli Winter Sottozero 3 – 13 Punkte 
  8. Michelin Alpin A4 – 13 Punkte
  9. Barum Polaris 3 – 12 Punkte 
  10. Nokian WR D3 – 12 Punkte
  11. Semperit Speed-Grip 2 – 12 Punkte
  12. Hankook Winter i*cept evo (W310) – 12 Punkte

Ergebnisse der einzelnen Kriterien – gemäß unserer Relevanz –

Wir meinen, dass das Bremsen auf Schnee wichtiger ist als die Traktion oder Handling Slalom. Daher haben wir die Relevanz der getesteten Kriterien etwas umsortiert. So haben wir die Wertung in Sachen Bremsverhalten nach vorn gestellt und das Testkriterium Traktion auf Schnee ebenso nachgeordnet, wie das Handling und das Slalomverhalten.

Alle auf Schnee getesteten Winterreifen mit den jeweiligen Test-Noten in den Einzeldisziplinen:

Winterreifen-Bremsverhalten auf Schnee

Beim Bremsen ist ein Produkt einsame Spitze: der Uniroyal MS plus 77 mit Note 1+ ausgezeichnet. Dahinter liegen gleich sieben Reifen mit der Note 1 gleichauf: Barum Polaris 3Bridgestone Blizzak LM32SContinental ContiWinterContact TS 850Dunlop SP Winter Sport 4DFulda Kristall Control HPGoodyear Ultragrip 8 Performance und Pirelli Winter Sottozero 3.

Disziplin
Note 1 + Note 1 Note 2 +
Bremsen auf Schnee Uniroyal MS plus 77

Winterreifen-Traktion auf Schnee

Bei der Traktion waren die Fabrikate Bridgestone Blizzak LM32SFulda Kristall Control HPGoodyear Ultragrip 8 Performance und Uniroyal MS plus 77 jeweils mit Testnote 1+ herausragend.

Disziplin
Note 1 + Note 1 Note 2 +
Traktion auf Schnee

Winterreifen-Handling auf Schnee

In Sachen Handling auf Schnee verhielten sich die Reifenfabrikate Bridgestone Blizzak LM32SFulda Kristall Control HPGoodyear Ultragrip 8 Performance sowie Uniroyal MS plus 77 vorbildlich, daher erhielten alle die überragende Note 1+.

Disziplin
Note 1 + Note 1 Note 2 +
Traktion
auf Schnee

 

Winterreifen-Slalomverhalten auf Schnee

Auf dem Slalomkurs erweisen sich diese Reifen als besonders stabil in der Spur: Dunlop SP Winter Sport 4DFulda Kristall Control HP, Michelin Alpin A4 und Uniroyal MS plus 77.

Disziplin
Note 1 Note 2 + Note 2
Slalom auf Schnee

 

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Nachhaltige Autoreifen: Gummi-Rohstoffe aus Pflanzen als Erdöl-Ersatz [UPDATE]

Die Nachfrage nach energiesparenden Reifen wächst, aber auch die Produktion von Reifen aus recycelten Altreifen oder nachwachsenden Rohstoffen. Bisher werden für die Herstellung von Reifen in hohem Maße Rohöl und Naturkautschuk verbraucht. Daneben werden alte oder abgenutzte Reifen bei der Neuproduktion einer Wiederverwertung zugeführt. Doch immer mehr Reifenhersteller verwenden als  Ersatz für Öl und Chemikalien bei der Produktion von Reifen erneuerbare und umweltfreundliche Rohstoffe.

Laut Reifenhersteller Continental werden bei der Herstellung von Reifen des Unternehmens fossile Öle inzwischen bereits teilweise durch Rapsöl ersetzt. Daneben werden Zellulosefasern und Viskose anstelle von Polyester zur Verstärkung der Reifen-Karkassen verwendet. Die Vorstöße von Reifenherstellern, die auf alternative Rohstoffquellen zugreifen, sind allerdings bislang weniger einem wachsenden Umweltbewusstsein geschuldet, sondern erheblichen Problemen bei den Herstellungskosten, was sich auf den finanziellen Gewinn auswirkt.

Nach Angaben der International Energy Agency (IEA) werden sich im Jahr 2030 die Kosten für Rohöl gegenüber 2007 um voraussichtlich 20 Prozent erhöhen. Entsprechend steigen die Kosten bei der Herstellung von Reifen. Doch obwohl Continental plant, den Einsatz fossiler Rohstoffe völlig aufzugeben, wird es sehr schwierig werden, dieses Ziel zu erreichen. Möglicherweise können nicht alle Komponenten, die bei der Herstellung von Reifen verwendet werden, durch nachwachsende Rohstoffe ersetzt werden. Continental Reifen werden grün Infografik

– Infografik: Continental

So kannten den Begriff „Rollwiderstand“ bis vor einigen Jahren nur wenige Verbraucher. Für Autoreifen bedeutet dies, dass ein Fahrzeug, welches auf Reifen mit geringem Rollwiderstand fährt, weniger Kraftstoff verbraucht und weniger Schadstoffe ausstößt. Tatsächlich ist es so, dass einige natürliche Materialien die Leistung des Reifens verschlechtern können, so etwa eben den Rollwiderstand und die Traktion. Daher werden Reifenhersteller kaum bereit sein, die Zuverlässigkeit ihrer Produkte zugunsten von mehr Umweltfreundlichkeit zu opfern.

Heute werden Reifen auf Basis einer Kombination von synthetischem Kautschuk aus Erdöl und Naturkautschuk aus Bäumen produziert. Naturkautschuk sorgt für mehr Widerstand als synthetischer, daher herrscht eine hohe Nachfrage des Rohstoffs für Reifen und eine ganze Reihe von anderen Produkten. Aber das Angebot an Naturkautschuk ist weitgehend abhängig von kleinen Gummibaum-Plantagen in Thailand, Indonesien und Malaysia.

Der amerikanische Hersteller Goodyear Dunlop ist inzwischen wie sein deutscher Konkurrent Continental bei der Entwicklung im Bereich der alternativen Rohstoffen aktiv geworden. Forscher von Goodyear haben als Alternative zu Erdöl das Sojabohnenöl entdeckt. Die Verwendung von Sojabohnenöl verändert nicht nur die Qualität der Reifen, sondern verbessert sogar die Laufleistung um rund 10 Prozent. Die reine Verwendung von Sojaöl würde den Rohöl-Verbrauch bei der Herstellung von Goodyear Dunlop Reifen um 26,5 Millionen Liter pro Jahr reduzieren.

Allerdings ist nicht nur eine Alternative für die fossilen Rohstoffe erforderlich, sondern auch für Naturkautschuk, der aus dem Saft von Gummibäumen hergestellt wird. Ein Mangel an dieser Ressource und den steigenden Preisen bringen Reifenhersteller dazu, nach anderen Möglichkeiten zu suchen. Daher haben Ingenieure von Marktführer BridgestoneCooper Tires sowie Ford zusammen mit Wissenschaftlern des Ohio Agricultural Research Center der Ohio State University in Wooster in einer Studie rund 1.200 verschiedenen Pflanzenarten getestet, die für die Herstellung von Gummi anstelle von reinem Naturkautschuk eingesetzt werden können. Nach Ansicht der Wissenschaftler ist der Russische Löwenzahn am besten geeignet, denn beim Anbau dieser Pflanze wird nicht nur die vergleichsweise höchste Gummiqualität erzielt, sondern es auch die Produktion erleichtert und Probleme beim Transport gelöst. Die Pflanzen sehen so ähnlich aus wie Löwenzahn-Pflanzen, die im Garten wachsen, sind aber nicht die gleichen. Die russische Art – wissenschaftlich als Taraxacum kok-saghyz oder TKS bezeichnet – hat lange, dicke Wurzeln, welche eine geeignete Mischung aus Gummi-Polymeren, Proteinen ​​und Fettsäuren enthalten, wie sie auch in natürlichem Latex enthalten ist. Wenn man eine TKS-Wurzel aufschneidet, tritt eine klebrige, milchig-weiße Flüssigkeit aus, die getrocknet zu einem Ball geformt elastisch springt. Gummi für Reifen aus Russischem Löwenzahn Infografik

– Infografik: The Plain Dealer

Das Potenzial für das Gummi aus Löwenzahn war bereits in den 1920er Jahren in Russland entdeckt worden. Da Naturkautschuk während des Zweiten Weltkriegs wegen der Verwendung für Flugzeug -und Lkw-Reifen und aufgrund von Einfuhrbeschränkungen nur begrenzt verfügbar war, begann man auch in den USA mit der Erforschung des Löwenzahns als alternativem Rohstoff. Die Forschungen wurde nach dem Krieg jedoch wieder aufgegeben.

Bridgestone hat ein Pilotprojekt zum Anbau und der Aufbau eines Gummi-Forschungszentrum gestartet, in der man sich auf die Entwicklung von Guayule- Gummi konzentriert. Der für Reifen erforderliche Ruß wird aus pflanzlichen Fetten und Ölen gewonnen, ein Härtungsmittel für Fasern und synthetischen Kautschuk der Karkasse ebenfalls aus Pflanzen. Erste vielversprechende Ergebnisse zeigen, dass der Russische Löwenzahn eine wirtschaftlich rentable, erneuerbare Quelle für qualitativ hochwertiges Reifengummi werden kann. Die Rohstoffmenge an Löwenzahn, die auf einem Hektar wächst, könnte eines Tages dazu dienen, bis zu 250 Pkw-Reifen zu produzieren. Innerhalb eines Jahrzehnts könnte so auf Reifen gefahren werden, die aus Löwenzahn hergestellt werden. Darüber hinaus kann Russischer Löwenzahn direkt in Ländern angebaut werden, in denen die Reifenproduktion stattfindet. Damit könnten die Probleme der Hersteller gelöst werden, von den Lieferungen aus politisch und wirtschaftlich instabilen Regionen abhängig zu sein, in denen Gummibaum-Plantagen existieren. Auch Ford plant, die Entwicklung sowohl von Russischen Löwenzahn als auch von Guayule zu verfolgen, um auf Pflanzen basierende Kunststoffe für Autoteile wie Stoßfänger zu entwickeln. Video: Bridgestone Tire Akron OH Technology Center Grand Opening (2012)

– Quelle: YouTube

Allerdings sind Umweltschützer noch nicht zufrieden. Sie glauben, dass der Anstieg im Bereich wachsender Monokulturen von Raps oder Russischem Löwenzahn neue Umweltprobleme zur Folge haben wird. Es wird also noch eine Weile dauern, bis Reifen aus nachwachsenden Rohstoffen in Massenproduktion zu erwarten sind. Gemäß Continental wird die Forschung erst in etwa fünf Jahren soweit sein.

* * *

UPDATE 14.10.2013:

Continental und das Fraunhofer Institut für Molekularbiologie und angewandte Oekologie in Münster haben jetzt ihre gemeinsamen Aktivitäten in Sachen nachwachsender Rohstoffe für Reifen der Öffentlichkeit vorgestellt. Offenbar wächst  das  Interesse, dieses Thema  Euch als Kunden näherzubrinen, wenngleich die gewählten Formulierungen wie „Großes Potential für ‚Pusteblume‘ als Nutzpflanze“ (Originaltext Continental) sehr lyrisch formulierte PR ist.

– Wir bleiben weiter gespannt, welche konkreten Reifenerzeugnisse, die gleichermaßen gut im Handling, haltbar, und auch sicher sind, daraus in Zukunft hervorgehen.

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Die kleine Lamellen – Oder: Das Märchen von der Sieben-Grad-Regel für Winterreifen

Was ist Euer Hauptkriterium bei der Anschaffung neuer Winterreifen? Der Kaufpreis? Die Marke? Oder überlasst Ihr Eurem Händler die richtige Auswahl passender Reifen?

Sicher hat jeder Aspekt seinen Anlass. Wichtige Punkte, den Ihr keinesfalls außer acht lassen solltet, sind die Eignung und die Sicherheit des jeweiligen Winterreifens. Nicht jeder Reifen (und hat er noch so gut ein einem aktuellen Test abgeschnitten) ist für Euer Fahrzeug geeignet. Darüber hinaus kann es sein, dass ein bestimmtes Fabrikat in einer Saison ganz prima abschneidet und einige Zeit später durchfällt, weil andere Reifenhersteller ihre Produkte weiterentwickelt haben.

Daher möchten wir Euch ans Herz legen, wenn Ihr auf Nummer Sicher gehen wollt, Euren Fachhändler für Reifen und Felgen zu fragen, was die passende Bereifung für die kalte Jahreszeit ist. Zwar hat sie in diesem Jahr noch nicht so richtig begonnen (zumindest bei uns vor der Tür in Kolbermoor bei Rosenheim in Oberbayern), doch für viel Grip, sprich ausreichendes Bremsverhalten auf nasser Straße oder Raureif, und Traktion, sind Winterreifen obligatorisch. Deren feine, oft zickzackförmige Lamellen (so heißen die kleinen Einschnitte im Profil) verzahnen sich besser mit den glatten Oberflächen im Winter. Ohne diese spezielle Eigenschaft ausgestattet rutschen hingegen Sommerreifen fast doppelt so weit. Dabei ist die optimale Anordnung des Profils ausschlaggebend und weniger die Beschaffenheit bzw. Härte des Materials (gern als „Gummimischung“ bezeichnet).

BRV: Woran erkenne ich ein Winterprofil?

– Quelle: BRV

Es ist keinesfalls belegt, dass es bei einer Temperatur unter 7 Grad Celsius Zeit wird, auf Winterreifen zu wechseln. Gute Sommerreifen sind üblicherweise auf trockener Straße und bei Regen Winterreifen weit überlegen, und das gilt auch für eine Temperatur unter 7°C. Dies haben die Tester der AutoBILD bereits vor einiger Zeit festgestellt. Der ADAC sagt dazu, dass der Sommerreifen […] entscheidende Vorteile auf trockener und nasser Straße, auch bei niedrigen Temperaturen habe.

Zwar sind Winterreifen generell aus wesentlich weicherem Material, was dafür sorgt, das deren Oberfläche auch bei niedrigen Temperaturen elastisch bleibt, doch Sommerreifen werden bei 7°C nicht unmittelbar hart, was auch unwahrscheinlich angesichts der unterschiedlichen Reifenmischungen der einzelnen Hersteller wäre.

Einen umfangreichen Vergleich von Winterreifen-Tests bekannter Automagazine für die Saison 2011/2012 haben wir übrigens im hier im Reifen Jäger Reifen-Blog zusammengestellt, darunter ADAC, auto motor und sport sowie AutoBILD. Dabei sind unterschiedliche, gängige Reifengrößen berücksichtigt, nämlich sowohl breite Reifen der Dimension 225/45 R17 als auch 205/55 R16 und 195/65 R15 (beide für Kompaktklasse-Pkw wie Audi A4, BMW 3er, Mercedes A-Klasse, Opel Astra und Ford Focus) sowie Reifen der Größe 175/65 R14 für kleinere Autos wie VW Lupo / VW Polo, Ford Fiesta und Opel Corsa.

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